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VUSR / 09.10.2018

„Das Maß ist voll“: VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff kritisiert das Einstiegsprovisionsmodell von L‘tur und das neue Betreibermodell der TUI

Iserlohn, 9. Oktober 2018 – In der aktuellen Debatte um die Vergütung von Reisebüros meldet sich der VUSR zu Wort. „Das Maß ist voll“, kommentiert Marija Linnhoff, die erste Vorsitzende des Branchenverbands, die Ankündigung von L´tur-Geschäftsführer Benjamin Jacobi über eine Einstiegsprovision in Höhe von fünf Prozent für den Reisebürovertrieb.

„Mit solchen Äußerungen weckt Benjamin Jacobi ernsthafte Zweifel an seiner fachlichen Qualifikation im Hinblick auf Tourismus und Vertrieb“, kritisiert die VUSR-Vorsitzende. „Eine Provision in Höhe von fünf Prozent stellt keinerlei Anreiz für Reisebüro-Mitarbeiter dar, die Last-Minute-Reisen von L´tur zu verkaufen. Es ist eine schlichtweg hanebüchene Provisionierung, die jegliche Anerkennung der Beratungs- und Verkaufsleistung im Reisebüro vermissen lässt.“

Für sie stellt die Einführung der niedrigen Einstiegsprovision von Seiten L’tur „eine maßlose Selbstüberschätzung“ dar. Marija Linnhoff: „Kein Kunde möchte im Reisebüro gezielt L’tur buchen, es liegt vielmehr rein an der Beraterleistung, für welche Reise bei welchem Veranstalter er seine Entscheidung fällt.“

Als „Ohrfeige für den touristischen Reisebürovertrieb“ wertet sie auch die Äußerung des TUI-Vertriebschefs Hubert Kluske, wonach eine Provision in Höhe von zehn Prozent nicht klug sei. „Damit schadet er letztlich dem Ansehen der Marke TUI, die für Qualität, Fachwissen und Sicherheit steht“, so Marija Linnhoff.

Auch dem neuen Betreibermodell der TUI begegnet der VUSR kritisch. „Man benötigt so gut wie  kein Eigenkapital zur Eröffnung eines Reisebüros, es wird lediglich Verkaufstalent verlangt, was ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die vielen gut qualifizierten Kollegen und Kolleginnen in den TUI Reisecentern darstellt, sondern auch für die anderen Agentur-Vertragsinhaber der TUI“, bekräftigt Linnhoff. „Vor allem vor dem Hintergrund neuer Gesetze und Richtlinien muss beim Reisevertrieb mehr denn je auf fachliche sowie juristische Qualifikation geachtet und diese auch entsprechend gefördert und anerkannt werden. Hier ist auch TUI in der Pflicht.“

Marija Linnhoff unterbreitet der TUI ein Gesprächsangebot mit dem VUSR, um akzeptable Lösungen für beide Seiten zu finden. „Es ist wichtig, niemals den Kontakt zur Basis zu verlieren“, appelliert die VUSR-Vorsitzende. „Der Vertrieb in unserer Branche funktioniert nicht nach dem 08/15-Schema, sondern die Vermittlung von Reisen ist ein sehr persönlicher und unter anderem emotionaler Vorgang und den Experten am Counter muss die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht werden.“